Selbständig machen: Ich beantworte die wichtigsten Fragen

Blogger Tipps Selbständig machen: Ich beantworte die wichtigsten Fragen

Sich selbständig machen: Ein großer Schritt, der gut überlegt sein muss, aber ein Traum, den auch viele träumen. Eigentlich war das bis vor ein paar Jahren noch gar nicht so ein unbedingter Herzenswunsch von mir, heute wünsch ich mir nichts sehnlicher. Auf Instagram bekomme ich immer wieder Fragen zu meiner Selbständigkeit, deshalb wollte ich diese mal wieder in einem Blogbeitrag beantworten.

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Du willst dich selbständig machen? Das solltest du wissen:

Wie genau verdienst du dein Geld Nele ?

Wie ihr wisst ist es bei mir aufgrund der Corona-Krise und der ganzen Situation in der Reisebranche gerade auch richtig schwierig. Generell kann ich aber sagen: Ich arbeite als Social Media Manager oder virtuelle Assistentin für Kleinunternehmen und Selbständige und betreue sie bei Fragen rund um Social Media. Ich entwickle eine Strategie, übernehme die Content-Planung und wenn gewünscht auch das Layout. Zusätzlich arbeite ich als freie Redakteurin bei einer Zeitung, Blogger und Influencer.

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Wie kommt man als Selbständige an Aufträge?

In dem Bereich in dem ich arbeite ist es etwas einfacher, da es viele Portale im Internet, aber auch viele Facebookgruppen gibt in denen man Aufträge bekommen kann. Das Problem dort ist nur: Sie sind teilweise extrem unterbezahlt. Für einen Einstieg und erste Referenzen ist es aber ganz gut. Meist wird hier aber die Arbeit nicht als „Experte“ vergütet, sondern als virtueller Assistent. Dazu später mehr.

Ansonsten versuche ich natürlich Kunden selbst zu akquirieren, schaue aufmerksam Werbeanzeigen und Stellenanzeigen an und kontaktiere Unternehmen zu denen ich einen Bezug habe. Diese Arbeit ist das schwierigste von allem. Wenn man einmal einen Einstieg hat ist es einfach, aber diesen zu bekommen ist verdammt schwer.

Selbständig machen: Was ist eine virtuelle Assistentin?

Eine virtuelle Assistentin übernimmt meist die Aufgaben einer Assistentin aber oft auf einen speziellen Bereich, zum Beispiel Buchhaltung, Social Media, Vertrieb etc. spezialisiert. Aber auch allgemeine, meist kaufmännische Tätigkeiten sind denkbar. Als virtuelle Assistentin kannst du für deinen Auftraggeber 10 Std die Woche aber auch Vollzeit remote (also von überall auf der Welt aus) arbeiten. Der große Vorteil dabei ist das remote arbeiten, die negative Seite ist aber, dass der Stundenlohn meist bei nur zwischen 10-25 € liegt, was viel zu wenig ist für eine selbständige Tätigkeit. Natürlich bestimmt man als Selbständige immer selbst den Preis. Gerade aber, wenn man über Portale oder Facebookgruppen Aufträge sucht ist die Konkurrenz oft groß und die viele Freiberufler arbeiten zu deutlich geringeren Stundenpreisen. Portale, in denen man Aufträge als virtuelle Assistentin findet sind beispielsweise:

Fernarbeit.de

My-vpa.com

Ich empfehle daher, um an Aufträge als virtuelle Assistentin zu kommen, andere Wege einzuschlagen. Hierbei kann man Firmen zum Beispiel über Linkedin kontaktieren.

Wie hast du deine Selbständigkeit gestartet?

Ich war seit etwa einem Jahr schon teilweise selbständig, hatte mein Gewerbe angemeldet und dann die letzten Monate nur noch 60% gearbeitet. Irgendwann war ich an dem Punkt, an dem ich nicht mehr weitergekommen bin. Trotz nur 60 % Arbeitspensum hatte ich das Gefühl das Potenzial meines Business nicht gut ausschöpfen zu können. Es war auf Dauer zu viel. Da sich bei der Arbeit sowieso eine Veränderung ergeben hat, habe ich dann irgendwann den Schritt ganz in die Selbständigkeit gewagt. Am Anfang lief es richtig gut. Dann kam das Winterloch und dann kam Corona…

Wohin muss ich mich wenden, wenn ich mich selbständig mache?

Je nachdem, mit was du dich selbständig machst, musst du ein Gewerbe anmelden. Übrigens muss man eigentlich sogar als Influencer schon ein Gewerbe anmelden, sobald man kostenlose Produkte bekommt, oder damit Geld verdient. Die Gewerbeanmeldung findest du meist online auf der Seite deiner Stadt/deines Wohnorts. Anfangs empfiehlt sich auf jeden Fall ein Kleingewerbe anzumelden.

Was ist ein Kleingewerbe?

Ein Kleingewerbe hat den Vorteil, dass man zur Erstellung der Steuererklärung keinen Steuerberater braucht, weil die Steuererklärung beziehungsweise die sogenannte EÜR sehr einfach zu erstellen ist. Dazu später mehr. Bei einem Kleingewerbe darf der Umsatz des Unternehmens im ersten Jahr 22.000 Euro nicht überschreiten, im zweiten Jahr darf er nicht höher als 50.000 Euro sein. Zudem muss man auf der Rechnung keine Umsatzsteuer angeben, man ist davon befreit. Dafür sollte jeder Rechnung folgender Satz stehen: „Als Kleinunternehmer im Sinne von §19 Abs. 1 Umsatzsteuergesetz (UStG) wird keine Umsatzsteuer berechnet.”

Wie erstellt man eine EÜR

Das ganze Jahr über schreibe ich mir meine ganzen Einnahmen, Ausgaben und Fahrtkosten in einer Exceltabelle auf. Zum Ende des Jahres, wenn ich die Steuererklärung mache, wende ich im Elster Programm das Formular EÜR an. Die Daten, die man dort eingeben muss sind selbsterklärend und anhand deiner Excel Liste einfach aufzulisten. Das sendet man dann an das Finanzamt- fertig. Auf den ermittelten Gewinn zahlt man dann Einkommensteuer.

Was machst du wenn du krank bist? Hast du eine extra Versicherung? Gibt es das?

Ich habe ein ganz normale Berufsunfähigkeitsversicherung, die mich im Fall der Fälle absichern sollte, falls ich meine Tätigkeit nicht mehr ausüben kann. Ansonsten bin ich aktuell noch freiwillig über die gesetzliche Krankenversicherung versichert, weil ich noch nicht sicher weiß, wie es weitergeht. Aus der privaten Krankenversicherung auszuscheiden ist ein großer Schritt, der viele Konsequenzen nach sich zieht, daher wollte ich erstmal abwarten. Je nachdem, mit was du dich selbständig machst, übernimmt eventuell auch die Künstlersozialkasse ein Teil dieser Kosten. Bisher habe ich mich dort aber noch nicht angemeldet.

Selbständig machen: Für was ist die Künstlersozialkasse gut?

Wer in sich in einem künstlerischen oder publizierenden Beruf selbständig macht, kann sich über die Künstlersozialkasse versichern. Die Künstlersozialkasse ist keine eigene Krankenkasse, sie übernimmt aber für Künstler den Arbeitgeberanteil der Kranken,-Pflege und auch der Rentenversicherung. So ist man als Künstler besser abgesichert. Dafür gibt es natürlich einige Voraussetzungen und Hürden, zum Beispiel muss man nachweisen, dass man nicht „scheinselbständig“ ist. Wie genau die Bedingungen sind und weitere Informationen findest du hier: Informationen Künstlersozialkasse

Wie schafft man den Schritt sich selbständig zu machen?

Dazu gehört vor allem ganz viel Mut und Selbstvertrauen. Man muss sich bewusst sein, egal wie gut eine Idee ist, egal wie gut man selbst bei dem ist was man tut: Es gehört auch ein Quäntchen Glück und vor allem Durchhaltevermögen dazu sich selbständig zu machen und damit erfolgreich zu werden. Überlege dir einfach was im schlimmsten Fall passieren kann, wenn du „scheiterst“. Du solltest auf jeden Fall einen finanziellen Puffer haben, um einige Monate Arbeitslosigkeit im schlimmsten Fall überbrücken zu können. Wichtig finde ich es zusätzlich einen erlernten Beruf und viel Berufserfahrung vorweisen zu können, das gibt die Sicherheit im Notfall schnell wieder einen guten Job zu finden. So ist es zumindst bei mir.

Wo kann man etwas über die Preisgestaltung herausfinden?

Der Vorteil wenn du selbständig bist: Du bestimmst die Preise. Natürlich sollten sie in einem Bereich liegen, in dem die Menschen dann auch kaufen. Als Freelancer gibt es gewisse Formeln die man anwenden kann. Das alles finde ich nicht sonderlich sinnvoll. Jeder Mensch ist anders und du weißt am Besten, wie viel du monatlich verdienen willst und musst. Mein Tipp daher: Schreibe dir deine monatlichen Ausgaben, privat und beruflich, auf. Achte dabei auf die Versicherungen, die du als Selbständige oft komplett allein übernehmen musst. Wie viel kommt da zusammen? Rechne auf diesen Betrag dann noch etwas drauf, was du mindestens jeden Monat an Puffer auf die Seite legen willst, zum Beispiel für einen Urlaub etc.

Dann musst du dir Gedanken machen, wie viele Stunden du im Monat wirklich effektiv arbeiten und damit „verkaufen“ kannst. Wenn du dich selbständig machst bist du am Anfang meist für alles selbst verantwortlich. Akquise, Buchhaltung, Angebotserstellung, Ablage… Diese Arbeitszeit zahlt dir aber niemand. Auch Urlaubstage und Krankheitstage werden in der Selbständigkeit nicht bezahlt. Daher musst du dir wie gesagt realistisch vor Augen führen, wie viele Stunden pro Woche du an Kunden abgeben kannst. Wenn diese Planung steht, rechnest du nun den Betrag den du jeden Monat mindestens brauchst durch die Stunden, die du jeden Monat arbeiten kannst. Und schon hast du deinen Mindeststundenlohn. Als Richtwert sagt man, wenn man sich selbständig macht, sollte man mindestens 50 € die Stunde verdienen (je nach Beruf und Branche). Anschließend geht es an die realistische Selbsteinschätzung: Welche Punkte gibt es, die einen höheren Preis rechtfertigen? Hast du eine spezielle Ausbildung in dem was du tust? Alles was dich von anderen abhebt, kannst du dir zusätzlich entlohnen lassen. Du musst es anschließend den Kunden gegenüber nur richtig argumentieren.

Hast du noch weitere Fragen? Stell sie mir gerne. Deine Nele

Nele
Mein Name ist Daniela Seiberle (Nele) und habe im Jahr 2016 diesen Blog gestartet. Meine Weltreise ist vorbei, aber trotzdem Reise ich stetig weiter. Ich schreibe professionell für die Regionalzeitung Südkurier und bleibe immer auf Reisen - im Herzen sowieso in der weiten Welt. Werdet ein Teil von mir auf Neleworld.

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