Sesshaft werden und ankommen – Muss man das überhaupt?

Alltagsgeflüster Sesshaft werden und ankommen - Muss man das überhaupt?

Wie oft konnte ich mir in den letzten Monaten Sätze anhören wie: „Willst du nicht einfach mal sesshaft werden? Ich wünsche dir so, dass du irgendwann einmal ankommst.“ Okay ich reise um die Welt, probiere dies und das aus, bin bereit Veränderungen einzugehen, wenn ich mit einer Situation nicht glücklich bin. Aber bin ich deshalb unnormal und vielleicht sogar jemand, den man mitleidig anschauen muss, weil ich meinen Platz im Leben noch nicht gefunden habe?

Was sesshaft werden und ankommen in unserer Gesellschaft bedeutet

In unserer Gesellschaft ist folgendes Denken noch weit verbreitet: Wer ein Eigenheim besitzt, eine Familie gegründet hat und einen gut bezahlten Job hat, sich zweimal im Jahr einen Urlaub leisten kann, der ist angekommen. Klar, diese Personen haben eine feste Struktur in ihrem Leben, wissen was die nächsten Jahre auf sie zukommt und was der Fokus in ihrem Leben ist, nämlich die eigene Familie. Irgendwann möchte ich genau das auch haben. Dann, wenn es soweit ist, denn diesen Zeitpunkt kann man nicht erzwingen. Wer das eben beschriebene Leben führt ist sesshaft geworden. Aber hat sesshaft sein auch etwas mit angekommen sein zu tun? Für viele Menschen ist es genau das: Wer sesshaft ist, ist angekommen. Man ist den logischen Weg gegangen, der Weg, den fast jeder irgendwann mal gehen will und viele auch gehen werden.

Ü30 und Single – Wie kann das sein?

Ja auch ich merke es, diese prüfenden Blicke, dieses „Wieso reist du in der Welt herum, anstatt eine eigene Familie aufzubauen“? Wenn man nicht in die „Norm“ passt, nicht sesshaft ist, so wie sich das die Gesellschaft vorstellt, wird man oft komisch angeschaut. Ja, ich bin anders wie 80% andere Frauen in meinem Alter. Aber das ist doch nicht schlimm. Ich finde es nicht verwerflich mit Ü30 noch keine eigene Familie zu haben, denn wenn ich sie jetzt hätte, dann mit jemandem, der nicht richtig zu mir passen würde. Und das ist es mir nicht wert. Der Richtige war einfach noch nicht da und solange der nicht da ist, genieße ich mein Ü30 Single- Leben.

Was „ankommen“ für mich bedeutet

„Ankommen“ bedeutet für mich, ankommen bei sich selbst. Das hat nichts mit einer Lebenssituation, sondern mit einer Lebenseinstellung zu tun. Für mich ist angekommen, wer mit sich und der Welt im Reinen ist, eine Person, die ganz genau weiß was sie will und alles dafür tut, um ihre Ziele zu erreichen. „Ankommen“ ist kein Ort, denn das Gefühl von angekommen sein, hat man in sich. Ankommen und sesshaft werden, sind nicht das selbe. Ich möchte mein ganzes Leben lang noch Träume und Ziele haben, die ich verfolge und dabei nicht stillstehen. Und trotzdem möchte ich in mir selbst das Gefühl haben angekommen zu sein. Angekommen bei meinen Wünschen und meinem Leben.

Wie schafft man es, bei sich selbst anzukommen?

Das Allerwichtigste ist es, nichts gegen seine innere Überzeugung zu tun. So handeln, wie wir es möchten und für richtig hält und unsere Ziele und Träume nicht aus den Augen zu verlieren. Natürlich ist das einfacher als gesagt. Wenn ich so handeln würde, würde ich jetzt irgendwo in der Hängematte liegen, mein zweites Buch schreiben und mir überlegen, an welchen Strand ich morgen gehe. Aber ich kann trotzdem an meinem Ziel ankommen vielleicht über Umwege. Mein zweites Buch auf jeden Fall schreiben, auch wenn ich es nebenberuflich machen muss. Am Strand liegen zumindest im Urlaub und mir so oft wie möglich Auszeiten gönnen. Wichtig ist es, dir treu zu bleiben und so immer mehr deinen eigenen Weg zu finden. Egal was andere dann sagen, du spürst, wenn du bei dir selbst angekommen bist. (Achtsamkeit)

Deine Nele

Nele
Mein Name ist Daniela Seiberle (Nele) und habe im Jahr 2016 diesen Blog gestartet. Meine Weltreise ist vorbei, aber trotzdem Reise ich stetig weiter. Ich schreibe professionell für die Regionalzeitung Südkurier und bleibe immer auf Reisen - im Herzen sowieso in der weiten Welt. Werdet ein Teil von mir auf Neleworld.

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