Selbstlosigkeit: Wieso du dich selbst nicht vergessen solltest

Alltagsgeflüster Selbstlosigkeit: Wieso du dich selbst nicht vergessen solltest

Es gibt so viele Menschen auf dieser Welt und wir alle sind verschieden. Manche von uns sind eher egoistisch, andere denken zu wenig an sich und sind selbstlos. Es gibt hier kein richtig oder falsch, kein schwarz oder weiß. Beide Extreme sind nicht gut für uns selbst und unser Umfeld. Trotzdem, wir sind eben so wie wir sind. Ich habe eine handvoll Menschen um mich herum, deren Selbstlosigkeit mich immer wieder überrascht. Die erst an andere denken, bevor sie etwas für sich selbst tun. Irgendwie tut es mir weh, diese Menschen zu beobachten, weil ich sehe, wie sie ihr Glück von anderen abhängig machen und sich selbst vergessen. Ich selbst bin auch ein sehr mitfühlender Mensch aber habe es gelernt, mich abzugrenzen. Selbstlosigkeit macht meist die anderen glücklich, aber nicht dich selbst.

Ich habe am eigenen Leib erfahren müssen: Fürsorgliche Menschen sind gern gesehen, wenn es Probleme gibt oder wenn man jemanden zum reden braucht. Aber wenn dann alles wieder gut ist, hört man wochenlang von ihnen nichts mehr. Es ist oft einfacher immer an andere zu denken und zu versuchen es anderen recht zu machen, statt an sich selbst zu denken. Sich selbst die Frage zu stellen, was macht mich glücklich und was kann ich für mich tun, ist nicht leicht. Man kommt dann oft an einen Punkt, an dem man merkt, dass man etwas ändern muss, aber irgendwie nicht kann. Aber die Erkenntnis macht auch oft Angst und traurig. Anderen Ratschläge zu geben und ihnen bei Veränderungen zu helfen ist leicht. Sich selbst zu helfen erfordert viel mehr Kraft und Mut.

Wie schaffe ich es mehr an mich zu denken und meine Selbstlosigkeit abzulegen?

Mache dir bewusst, dass du nicht für das Glück der ganzen Welt verantwortlich bist. Nehme dir selbst diesen Druck. Für jemanden da sein und Mitleid zeigen ist die eine Sache, mitleiden eine andere. Grenze dich ab, wenn du merkst, dass dir die Verantwortung zu viel wird und nehme andere in die Pflicht. Es kann nicht sein, dass du dich immer um alles kümmerst, weil der Rest zu viel um die Ohren hat. Du wirst sehen, wenn du mal nicht zur Stelle bist, geht es auf einmal auch anders. Weil sind wir mal ehrlich, wenn wir wissen, dass es in unserem Umfeld jemanden gibt, der uns viel abnimmt, dann nehmen wir das gerne an und nutzen das teilweise vielleicht sogar aus. Die Selbstlosigkeit anderer macht uns oft das Leben leichter.

Wenn du immer gibst und gibst und es dir schwer fällt zu nehmen, dann gewöhnen sich deine Mitmenschen daran. Und auch du gewöhnst dich daran. Du verlernt dich selbst wichtig zu nehmen, weil deine Gedanken immer um die Probleme und Belangen anderer kreisen. Es ist wichtig auch mal „Nein“ zu sagen, abzugrenzen, wann deine Hilfe wirklich gebraucht wird und wann es einfach nur der einfachere Weg ist, dich zu kontaktieren, statt es erst einmal alleine zu versuchen. Ich gehöre immer noch zu den Menschen, die man anruft, wenn man reden will. Das mache ich auch gerne. Wenn mich früher jemand gefragt hat :‘ Wie geht’s?‘ War meine Antwort immer : ‚Mir geht es gut.‘ Meine „Problemchen“ erschienen mir unwichtig im Vergleich zu anderen.

Heute bekommen meine Freunde auch von mir minutenlange Sprachnachrichten, müssen sich meine Sorgen und Probleme anhören. In einer wahren Freundschaft belastet sowas nicht, sondern verbindet. Und man kann sowieso nur Menschen zu seinen Freunden zählen, bei denen man so sein kann, wie man ist.

Mehr dazu hier: Freundschaft, gemeinsam Hand in Hand 

Eure Nele

Nele
Mein Name ist Daniela Seiberle (Nele) und habe im Jahr 2016 diesen Blog gestartet. Meine Weltreise ist vorbei, aber trotzdem Reise ich stetig weiter. Ich schreibe professionell für die Regionalzeitung Südkurier und bleibe immer auf Reisen - im Herzen sowieso in der weiten Welt. Werdet ein Teil von mir auf Neleworld.

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Comments

  1. Hallo Nele, danke für diesen Beitrag, ich habe mich erinnert das ich vor einiger Zeit begonnen hatte auch mal an mich zu denken was mir anfangs schwer fiel und ständig von der Sorge begleitet wurde egoistisch zu wirken. Irgendwann bin ich doch wieder in alte Muster zurück gefallen, aber du hast vollkommen recht, man muss einfach auch mal nein sagen können. Egal was andere davon halten. Dein Beitrag hat mich wieder erinnert wie der Plan lautete, danke dafür, schönen Sonntag und ich freue mich schon auf die nächsten Ideen und Berichte vom deinen Reisen. L. G. Jens

  2. Lieber Jens, klar das ist nicht immer einfach aber man sollte es immer wieder versuchen? Freut mich, dass ich dich dazu motivieren konnte. Ich wünsche dir viel Erfolg dabei ?

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